1991 bekamen wir unseren ersten Hund. Da wir zu der Zeit schon eine kleine Tochter hatten, suchten wir einen kinderlieben Hund. Die Wahl viel auf den Dalmatiner, er gefiel uns sehr gut und ich hatte von seinem kinderlieben Charakter gehört. Ich informierte mich durch Lesen diverser Artikel in Hundezeitschriften und Hundebüchern. Dann hatte ich meine Wahl getroffen, die Frage war nun, wo bekommen wir einen guten Welpen her. Ich rief beim Deutschen Dalmatiner Club in der Welpenvermittlung an und bekam die Info das nicht zu weit weg von uns in Weilerswist ein Wurf gefallen war, 4 Rüden und eine Hündin, was für ein Glück, wir wollten einen Rüden somit hatte wir die große Auswahl. Ich setzte mich dann mit der Züchterin in Verbindung und konnte, da die Welpen schon 3 Wochen alt waren, am nächsten Wochenende die Meute besuchen gehen. Unsere Wahl viel dann, meine Tochter Jennifer durfte den Hund aussuchen, obwohl alle Hunde sehr schön waren, auf einen Rüden dessen eine Hälfte des Gesichts komplett schwarz war, ein Zuchtausschließender Fehler wie ich dann von der Züchterin erfuhr. Da wir sowieso nicht auf Ausstellungen gehen wollten, und züchten schon gar nicht, schreckte uns das nicht ab. Es war Liebe auf den ersten Blick und wir wollten ja auch nur einen Familienhund.
Dabei sollte es aber nicht bleiben, Wum, so war sein Name, hatte meistens seinen eigenen Kopf was Gehorsam anbelangte und wollte nicht immer so wie wir. Also was tun? Ich suchte einen Hundeschule bei uns in der Nähe und wurde auch fündig, im Alter von einem Jahr besuchten wir dann zum ersten Mal eine Gehorsamsstunde. Sitz und Platz konnte Wum sehr gut, aber die Leinenführigkeit ließ doch zu wünschen übrig. Doch nach mehreren Monaten harten Trainierens bestanden wir dann die Vereinseigene kleine Gehorsamsprüfung. Aber was dann, das Vereinsleben hatte mir sehr gut gefallen und ich wollte auch weiterhin mit Wum zum Hundeplatz. Der Verein verfügte auch über einen Agility Parcours und es nahm auch ein Mitglied an den wenigen Turnieren, die es damals in Luxemburg gab teil. Einen richtigen Trainer hatte der Verein leider nicht und so haben wir mehr recht als schlecht die Geräte angelernt so wie wir uns das vorgestellt haben. Wum war auch sehr talentiert. Aber in der Zwischenzeit erwartete ich dann unser zweites Kind, Isabelle, sie wurde im Oktober 1993 geboren, und das Agility Training geriet in Vergessenheit.
Nach einiger Zeit, Isabelle war fast ein Jahr alt, erfuhr ich dann durch Zufall von einer Bekannten, dass in unserem Nachbarort ein Agility Verein gegründet werden sollte, und ein Informationsabend geplant war. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, ich besuchte die Veranstaltung und so wurde ich Gründungsmitglied des Vereins Agility Club Reisdorf.
Damit begann meine Agility Karriere.
Am 21.Mai 1995 bestritt ich mein erstes Turnier mit Wum, ein kleiner Reinfall, da unsere Verein noch nicht viele Agility Geräte besaß, keine Tunnels, nur Kontaktzonen, konnte wir diese nicht trainieren, nur bei gelegentlichen Besuchen von Agility Turnieren nahmen wir die Gelegenheit war und übten mit den Geräten die es dort gab. Wum wollte an seinem ersten Turnier um keinen Preis der Welt in den Tunnel hinein, das dritte Gerät das wir absolvieren mussten, so waren wir sehr schnell disqualifiziert. Aber nichts desto trotz hat es uns sehr viel Spaß gemacht. Dieser Tag war dann auch ein ganz besonderer Tag, an dem mein Hund Stormy geboren wurde. Wie im Vorfeld schon erwähnt, wollte Wum nicht immer so wie ich und er hatte vom Verlauf des Agility Parcours auch immer seine eigene Meinung, so das ich mir Gedanken über einen Hund machte der mehr für Agility geeignet wäre als Wum. Mit diesem würde ich auch schon in den ersten Lebensmonaten versuchen auf spielerische Weise ihm Gehorsam beizubringen. Aber welche Rasse sollte es sein, ein Border Collie, dieser Hund gefiel mir sehr gut, Hütehunde sind ja sehr leicht zu erziehen, aber werde ich so einem Spezialisten gerecht, wenn er eigentlich hauptsächlich Familienhund sein soll, der vielleicht zweimal die Woche auf einem Agility Platz trainieren kann? Nein, das traute ich mir dann doch nicht zu. Also was gab es sonst noch, wir wollten auch nach Möglichkeit einen Hund der in Luxemburg gezüchtet wurde, haben. An den Turnieren sah ich dann auch einen Aussie, sehr selten zu dieser Zeit, aus Luxemburger Zucht, aber leider ohne Papiere und einen Australian Cattle Dog, besser gesagt zwei. Eine blaue Hündin die am Turnier teilnahm und eine rote Hündin, die Mutter der blauen, die gerade trächtig war. Ich war von den Hunden sofort eingenommen und nach Gesprächen mit der Züchterin bekundete ich dann mein Interesse an einem Welpen, ein Rüde sollte es wieder werden und wenn möglich ein blauer. Die Züchterin lachte und meinte dass alle am liebsten einen blauen Hund möchten. Leider wäre die Chance bei ihrer Hündin recht klein, dass es blaue Welpen geben könnte. Egal, ich wollte auf die Warteliste. Dann am 21. Mai, wie gesagt unserem ersten Agility Turnier, kam Stormy zur Welt. Die Züchterin teilte mir dann am anderen Tag mit das es nur rote Rüden wären und nur eine Hündin die blaue Farbe hätte. Die Rüden waren leider auch schon alle Vermittelt. Pech gehabt, also musste ich bis zum nächsten Jahr warten wenn die blaue Hündin belegt wird, da sollte dann doch ein blauer Rüde für mich dabei sein. Wie das Schicksal es wollte brauchte ich doch nicht so lange zu warten. Ein Rüdenbesitzer hatte sich entschlossen doch lieber eine der Hündinnen zu nehmen, aber es war ein roter Rüde. Wieder informierte die Züchterin mich über den Stand der Dinge, ich musste mich entscheiden, sofort einen roten Rüden oder im nächsten Jahr vielleicht einen Blauen. Ich entschied mich für den Roten. Ich sollte es nie bereuen und sowieso, ein guter Hund hat keine Farbe. Für mich ist Stormy bis jetzt, er wird in diesem Jahr 13. der schönste Cattle Dog auf der Welt.
Mit ihm begann meine Agility Laufbahn erst richtig, er lernte sehr schnell alle nötigen Gehorsamslektionen und die Agility Geräte waren für ihn ein Klacks. Das erste Turnier an dem ich mit Stormy teilnahm sollten wir dann auch gleich gewinnen und die Aufmerksamkeit der führenden Agilityaner aus Luxemburg hatten wir damit auf uns gelenkt. Wir wurden an jedem Turnier an dem wir teilnahmen mit kritischen Blicken verfolgt.
1996 kam dann Toby zu uns, ein kleiner Mischlingswelpe von unserem Nachbarn, der ihn als Zweithund angeschafft hatte als Spielkameraden für seinen schon älteren Chowchow Rüden. Leider wollte der alte Hund nichts von Toby wissen und hätte ihn wohl tot gebissen wenn sie ihn behalten hätten. Meine älteste Tochter Jennifer, sie wollte auch unbedingt Agility machen, lag uns dann so lange in den Ohren, bis wir ihr nachgaben und Toby zog bei uns ein. Jennifer war es auch die Toby im Agility ausgebildet hat, mir oblag nur das Gehorsamstraining, da ich tagtäglich mit den Hunden zusammen war und sie mir alle aufs Wort gehorchen sollten.
Jennifer führte ihn dann bis in die Klasse A3 und lehrte durch ihre unbeschwerte Art alle anderen das Fürchten, mich eingeschlossen!
Einige Jahre später, Jennifer hatte mittlerweile andere Interessen, führte ihre jüngere Schwester Isabelle dann Toby an den Turnieren. Durch eine Regelung in unserer Wettkampfordnung bei der ein Hundeführer der noch nie Agility betrieben hat, aber mit einem erfahrenen Hund läuft, durfte sie noch mal mit Toby in der Klasse A1 beginnen. Da Toby ein sehr erfahrener und auch sicherer Hund war sowohl auf den Kontaktzonen wie auch in der Führigkeit, brachte Isabelle es in kürzester Zeit fertig in ihn die Klasse A3 zu führen. Und dort wie auch schon vorher ihre ältere Schwester, lehrte sie die Erwachsenen das fürchten, die beiden gingen an den Start und schon war, unbekümmert wie Kinder nun mal sind, ein Potestplatz fast sicher.
1997 dann sollte ich doch einen Border Collie mein eigen nennen, Rebel, ein Vollblut Hütehund aus irischer Zucht, dessen Vorfahren in Hütewettbewerben und Trials Champions waren, musste vermittelt werden. 4 Jahre alt und seit fast 3 Jahren ausschließlich den ganzen Tag alleine in der Wohnung gehalten und nur am Abend eine Stunde spazieren gegangen, das konnte für den Hund nicht gut sein. Sein Vorbesitzer hatte dann auch ein einsehen mit dem Hund und wollte ihn an jemanden abgeben der mehr Zeit für ihn hätte und ihn auch mehr fordern würde. Er hütete mittlerweile alles was sich bewegte, von den Fliegen an der Wand bis zu unseren Füßen, wenn wir uns auf dem Sofa in eine andere Position setzten, sprang er auf und begann wieder zu hüten. Aber mit sehr viel Geduld konnten wir ihn dann doch ein wenig von seinem übersteigerten Hütetrieb abbringen. Leider hat Stormy sich am Anfang nicht sehr gut mit Rebel vertragen, dieser lag immer vor Stormys Körbchen und blickte ihn solange hypnotisierend in die Augen, bis Stormy der Kragen platzte und wir die schönste Rauferei hatten. Das besserte sich aber mit der Zeit, Stormy erkannte das das Hüten von Rebel nur ein Splien von ihm war, und er ignorierte ihn meistens.
Rebel hatte mit seinem Vorbesitzer in seinem ersten Lebensjahr eine Hundeschule besucht und auch schon Grundkenntnisse im Agility erlernt. So mit stand seiner Agility Laufbahn mit mir auch nichts im Wege. Für mich war das aber eine sehr große Umstellung, führte ich Stormy fast immer neben mir und konnte überall vor ihm wechseln, so tolerierte Rebel nur einen Abstand von 3-5 Metern zu mir. Näher an ihn heran kam ich eigentlich nur an den Kontaktzonen. Doch das kostete diese meistens, denn dann hatte ich keine Übersicht mehr über ihn und sah auch nicht ob er wirklich mit den Pfoten in der Zone war. Da er sich dort immer sehr lang machte. Von ihm habe ich auf jeden Fall sehr viel über Distanzführung gelernt. Ich musste mir immer wieder etwas ausdenken und ihn sehr gut beobachten wie er bei meinen Bewegungen reagierte. Wir haben uns dann mit der Zeit zusammen gerauft und ich brachte ihn wie schon Stormy auch bis in die Klasse A3. Leider wurde ein Bein von ihm bei einer Beisserei mit Stormy so stark verletzt das er keinen Sport mehr betreiben konnte. Er genießt aber bis jetzt seinen Ruhestand und hütet unser ganzes Hunderudel mit seinen schon fast 14 Jahren die er im nächsten Juli erreicht und befindet sich bei bester Gesundheit.
Wum vom Mühlenbach mein erster Hund
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